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Wärmepumpe steigert Effizienz im Trocknungsprozess

Industrielle Hochtemperatur-Wärmepumpe

Im Ziegelwerk Uttendorf von Wienerberger Österreich wird die erste Hochtemperatur-Wärmepumpe für industrielle Trocknungsprozesse in realer Umgebung getestet. (Copyright: AIT / Schneeberger)

Mitte Dezember 2019 ist im Ziegelwerk der Wienerberger Österreich GmbH in Uttendorf die erste industrielle Hochtemperatur-Wärmepumpe in den Demobetrieb genommen worden. Sie soll die Abwärme aus dem Trocknungsprozess der Ziegel nutzbar machen, teilt das AIT Austrian Institute of Technology mit. Das Forschungsinstitut hat die spezifische Wärmepumpentechnologie im Rahmen des EU-Projekts DryFiciency mitentwickelt.

Aktuell geht ein Großteil der Energie für industrielle Trocknungsprozesse in der Abluft verloren. „Um Ziegeln oder anderen Produkten wie z.B. Nahrungsmitteln Wasser zu entziehen, muss dieses bei 90 bis 170°C verdampft werden,“ erklärt Stefan Puskas, Projektleiter von DryFiciency bei Wienerberger. Bei Temperaturen größer 110°C konnten Wärmepumpen zur Rückgewinnung der Abwärme bislang noch nicht eingesetzt werden.

Im Ziegelwerk werden die Ziegel zunächst geformt, getrocknet und dann gebrannt. Dieser Prozess läuft in einem kontinuierlichen Tunneltrockner ab, wo nun die Hochtemperatur-Wärmepumpe integriert wurde. Sie nutzt warmes Wasser aus der Wärmerückgewinnung der Abluft des Trockners als Quelle und stellt Wärme für den Tunneltrockner bereit. „Wärmepumpen sind für viele Trocknungsprozesse eine echte Alternative zu herkömmlichen Gasbrennern“, erklärt Veronika Wilk, wissenschaftliche Koordinatorin des DryFiciency-Projekts und Senior Research Engineer am Center for Energy des AIT. Im Vergleich zu konventionellen Gaskesseln hätten Wärmepumpen das Potenzial, die Energieeffizienz um bis zu 80% zu steigern, CO2-Emissionen um bis zu 7% zu reduzieren und zudem bis zu 20% weniger Produktionskosten zu verursachen. „Die von uns entwickelten Technologien können in vielen Industriesektoren, von Papier, Lebensmittel und Getränke, über Textilien und andere chemische Industriezweige, eingesetzt und in bestehende Anlagen integriert werden,“ sagt Wilk abschließend. (SP)

Weitere Informationen: AIT

 

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