Gewerbespeicher: Energiekosten senken und Erlöse erzielen

Pressemeldung – Donnerstag, 5. März 2026

Batteriespeicher werden für die Energiewende immer wichtiger und das Wachstum ist rasant. In der Europäischen Union (EU) hat sich die installierte Kapazität seit 2021 fast verzehnfacht. Im Jahr 2025 lag der Anstieg nach Angaben von SolarPower Europe bei 45 Prozent. Für den Boom sorgten vor allem große Speichersysteme. Ein Plus von 31 Prozent gab es bei Gewerbespeichern. Ihr Potenzial wird aber noch nicht voll ausgeschöpft. Welche Rolle Gewerbespeicher künftig im Energiesystem spielen und wie sich ihr wirtschaftlicher Einsatz konkret gestalten lässt, steht im Jahr 2026 im Mittelpunkt der ees Europe. Europas größte Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme findet vom 23. bis 25. Juni 2026 in München statt – als Teil von The smarter E Europe. Unternehmen präsentieren dort ihre neuesten Technologien und Geschäftsmodelle. Fachbesucher erhalten Einblicke in Markttrends, regulatorische Entwicklungen und konkrete Anwendungsbeispiele und können sich direkt mit Herstellern, Projektentwicklern, Investoren und Energieversorgern vernetzen. Die Veranstalter erwarten rund 2.800 Aussteller und mehr als 100.000 Besucher aus aller Welt.

In Europa wird ein weiteres Wachstum bei Speichern für Industrie und Gewerbe erwartet – angetrieben durch gestiegene Energiekosten, aber auch durch die gesunkenen Batteriepreise. Seit 2010 haben sie sich um 75 Prozent verringert. Die größten Märkte für Gewerbespeicher in Europa sind Deutschland, die Niederlande und Italien. Gewerbespeicher gehören zum sogenannten Commercial & Industrial (C&I) Segment. Ihr Leistungsbereich liegt zwischen 20 und 1.000 Kilowattstunden. Sie sorgen für Flexibilität und eine sichere Energieversorgung, stabilisieren die Netze, reduzieren Abregelungen und senken die Stromkosten. Das macht Gewerbespeicher besonders für Unternehmen interessant, die einen hohen Stromverbrauch und hohe Lastspitzen haben. Typische Kunden sind Transport- und Logistikzentren, Flughäfen, Häfen, Rechenzentren, Krankenhäuser, Universitäten, Einzelhandel, Supermärkte, Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe, aber auch Kommunen.

Industrie- und Großspeicher stehen 2026 auf der ees Europe im Mittelpunkt. © Solar Promotion GmbH

„Wir stehen erst am Anfang des Batteriezeitalters“, sagt Daniel Hannemann, CEO und Co-Founder von Tesvolt, einem Anbieter von Batteriespeichersystemen. Er ergänzt: „Bereits durch z. B. Lastspitzenkappung erreichen Gewerbespeicher Amortisationszeiten von unter vier Jahren. Setzen Unternehmen ihren Speicher für den Energiehandel ein, können sie monatliche Erlöse im vier- bis sechsstelligen Bereich erzielen. Entscheidend ist, Speicher als wirtschaftliches Asset zu verstehen, das flexibel für verschiedene Anwendungen eingesetzt werden kann. Wichtige Voraussetzung: verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionssicherheit schaffen“, so Daniel Hannemann.

In der EU fehlt es jedoch an einheitlichen Regeln, Netzentgelten und Tarifen. Das erschwert die Planung und Finanzierung für Entwickler und Investoren. Einige Länder bieten bereits dynamische Netzentgelte und flexible Strompreise an. In Deutschland müssen alle Stromlieferanten seit Januar 2025 dynamische Stromtarife anbieten und die Netzbetreiber seit April 2025 ein Modul mit variablen Netzentgelten und drei Tarifstufen: einen Niedertarif (NT), Standardtarif (ST) und Hochtarif (HT). Die Tarife orientieren sich an der Netzauslastung, die Zeiträume variieren je nach Netzgebiet.

Gewerbespeicher werden bisher meist mit einer eigenen PV-Anlage kombiniert, um den kostengünstig selbst erzeugten Strom und damit die Kostenreduktion optimal auszuschöpfen. Sie lohnen sich aber auch alleine und speichern Strom aus dem Netz. Mithilfe von KI können Unternehmen die benötigte Energie genau dann kaufen und speichern, wenn sie günstig ist – in den Sommermonaten vor allem in der Mittagszeit. Das entlastet die Stromnetze; die Netzentgelte rutschen teilweise unter einen Cent und der Strompreis sogar unter null. Unternehmen können ihre Betriebskosten so deutlich senken. Solarstrom von anderen Anbietern zu speichern und keinen eigenen zu produzieren – diesen Trend sieht Franz-Josef Feilmeier, Geschäftsführer von Fenecon, einem führenden Anbieter für Speicherlösungen. „2026 wird das erste Jahr der ‚‘Speicher-ohne-PV-Boom‘“, sagt er und ergänzt: „Nicht, weil PV etwas Schlechtes wäre – natürlich sollen weiterhin überall wo es geht, PV-Anlagen gebaut werden. Aber die Kombination aus quartalsweisen variablen Modul 3-Netzentgelten mit sehr geringen NT-Preisen und viertelstündlichen dynamischen Stromtarifen ist ein wahres Fest für Niederspannungs-Gewerbespeicher. Auch dort, wo Eigentums- oder Mietkonstellationen, Statik, Verschattung oder zu kleine Dachflächen bisher eine aktive Nutzung kostengünstiger PV verhindert haben. Mit einem dafür geeigneten Zeitraum- und Energiefahrplan-basierten Energiemanagementsystem lässt sich auch von Dritten produzierter Solarstrom unglaublich günstig nutzen.“

Investitionen in Gewerbespeicher rechnen sich – auch für Handwerksbetriebe. Gezielt an sie richtet sich eine Veranstaltung auf dem ees Forum am 25. Juni. Die Teilnehmer erfahren alles Wissenswerte zu regulatorischen Neuerungen, Installationsbetriebe stellen ihnen Best Practice Beispiele vor und Hersteller präsentieren technische Neuerungen. Neue Chancen und Märkte eröffnen sich für Entwickler von Großspeichern, Anbieter aus dem Wohnbereich oder Akteure aus dem Bereich Elektrofahrzeuge, die Speicher in Ladeinfrastrukturen integrieren möchten. Wie sie von dem Trend hin zu Gewerbespeichern profitieren können, ist eine zentrale Frage nicht nur auf der Fachmesse, sondern auch auf der begleitenden ees Europe Conference, die am 22. Juni und 23. Juni stattfindet.

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