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ees Europe 2020: Energiespeicher für Unternehmen – CO2 einsparen, Image pflegen, Kosten senken

München/Pforzheim, 4. Februar 2020: Ob Coca-Cola, IKEA und Lidl oder Sony, Schneider Electric und die Telekom – Unternehmen aller Branchen (aktuell 796) beteiligen sich weltweit gemeinsam an der Science Based Targets Initiative. Diese hat sich, im Einklang mit den Ergebnissen des Paris-Abkommens, als wissenschaftsbasiertes Klimaziel gesetzt, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius beziehungsweise deutlich unter 2 Grad zu beschränken. Ein wesentlicher Faktor kann dabei der Einsatz von Speichersystemen sein, die eine verbesserte Nutzung erneuerbarer Energien ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten. Die ees Europe, die größte und internationalste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme in Europa, zeigt vom 17. – 19. Juni 2020 auf der Messe München eine große Auswahl an marktreifen Energiespeichersystemen und verdeutlicht, welche Fortschritte in den letzten Jahren die gesamte Speicherbranche gemacht hat. Die Messe ist Teil von The smarter E Europe, der Innovationsplattform für die neue Energiewelt.

 

Mit ihren Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes schonen die an der Initiative beteiligten Unternehmen nicht nur das Klima, sie profitieren auch wirtschaftlich davon. So berichten 55 Prozent der Führungskräfte von Wettbewerbsvorteilen, die sich aus ihrem Engagement ergeben, und 79 Prozent berichten von einer gestärkten Reputation der Marke als größtem wirtschaftlichen Vorteil. 52 Prozent haben mehr Vertrauen bei den Investoren gewonnen und 63 Prozent sagen, dass sie mit ihren selbstgesteckten Klimazielen Innovationen vorantreiben. Das Potential der CO2-Reduktion und die wirtschaftlichen Vorteile aufgrund des Einsatzes intelligenter Energiespeicher-Systeme sind so hoch, dass inzwischen an vielen Stellen innerhalb der unterschiedlichen Wirtschaftsbranchen innovative Lösungen umgesetzt werden.

Mit Energiespeichern CO2-Emissionen senken

Für die Landwirtschaft bietet beispielsweise Rolls-Royce mit Microgrids seiner Marke MTU dezentrale Energielösungen an. Herzstück der Anlagen ist ein MTU EnergyPack, ein Batteriecontainer, ergänzt um eine intelligente Microgrid-Steuerung. Erneuerbare Energiequellen wie PV- oder Biogasanlagen sowie Gas- und Dieselaggregate lassen sich damit in einem unabhängigen Microgrid zusammenschließen und technisch und wirtschaftlich optimal steuern. Landwirte könnten dadurch C02-Emssionen senken und unabhängiger vom Stromnetz werden. Das norwegische Fischzuchtunternehmen Kvarøy nutzt auf seiner Lachsfarm vor der Insel Selsøyvær im Nordmeer einen Großspeicher von Tesvolt. An Bord reduzieren Lithium-Akkus mit einer Gesamtspeicherkapazität von 158 Kilowattstunden (kWh) die Betriebszeit der Dieselgeneratoren von 24 auf nur drei Stunden am Tag. Bei der 18-monatigen Aufzucht einer Lachsgeneration spart das Unternehmen so zwischen 150.000 und 200.000 Euro ein und reduziert gleichzeitig den CO2- Ausstoß.

Auch in der Tourismusbranche sind erneuerbare Energien in Kombination mit Speichersystemen nicht nur ein Pluspunkt für den Klimaschutz, sondern auch fürs Marketing. Die Haffhus Hotel und Ferienanlage, ein Öko-Resort an der Bucht von Stettin, verwendet ein System mit einer Batteriekapazität von fast 500 kWh. Gespeist wird die Batterie von einer 150 kWp Solaranlage, einer 25 kW Biomasseanlage und einer 2 x 5,5 kW thermischen Biogasanlage. Als klimaneutrales Hotel mit der höchsten Bewertung von Green Sign's Zertifikaten fördert Haffhus auch die eMobilität: alle Firmenwagen fahren elektrisch, Besucher laden vor Ort ihre Fahrzeuge auf, nutzen eBikes und machen Touren mit elektrischen Booten.

Bei den Behind-the-Meter (BTM-)Gewerbe- und Industriespeichern wird ein großes Wachstum erwartet. Das sieht Julian Jansen, Senior Analyst für Energiespeicher bei IHS, vor allem für Deutschland und Großbritannien mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu 35 Prozent. Die Speicherbranche kann sich also auf einen langfristig dynamischen Markt freuen.

CO2-optimierte Speicherherstellung

Die Energiebranche hat erkannt, dass es nicht reicht, mit Batterien CO2-Neutralität zu erzielen, sondern dass auch die Batterieherstellung CO2-optimiert sein sollte. Der Batteriehersteller „Northvolt“ beispielsweise möchte mit Wasserkraft aus Nordschweden die grünste Batterie der Welt herstellen. Seine Fabrik in Skellefteå wird mit Strom aus Wasserkraft betrieben, überschüssige Wärme wird gespeichert und in das lokale Stromnetz eingespeist. Das für die Batterien verwendete Rohmaterial wird aus zuverlässigen und sicheren Quellen beschafft. Ab 2024 möchte das Unternehmen mehr als 400.000 Autobatterien pro Jahr liefern.

Bei der Lutherstadt Wittenberg errichtet Tesvolt, Hersteller von Stromspeichern für Gewerbe und Industrie, eine Gigafactory für Batteriespeichersysteme, die dort vollständig CO2-neutral gefertigt werden sollen. Es ist geplant, dass eine eigene Photovoltaikanlage mit 200 kWp Leistung den Strom für die Speicherproduktion und die Büroräume liefert, dass der überschüssige Strom in werkseigenen Batterien mit einer Kapazität von 350 kWh gespeichert wird und auch die Heizung mit Solarstrom läuft. Hier setzt Tesvolt eine innovative Hochtemperatur-Wärmepumpentechnik ein, die ausschließlich natürliches Kältemittel verwendet.

Speicher sind neben der Elektroenergie einer der wichtigsten Bausteine für die Erreichung der Klimaschutzziele. Ohne Energiespeicher wird die Energiewende nicht funktionieren. Über diesen gesamten Komplex können sich Interessenten auf der ees Europe informieren, der größten und internationalsten Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme in Europa. Dort präsentieren alle Marktführer und die innovativsten Unternehmen der Speicherbranche vom 17.-19. Juni 2020 ihre Lösungen und Geschäftsideen.

 

Bildquelle: © Solar Promotion GmbH

Bildunterschrift: Save the Date – ees Europe 2020